
Anansis große Wette
Geschichten sind zum Teilen da, und Teilen macht uns glücklich.
Hoch oben im grünen Blätterdach des Kapokbaums spann Anansi die Spinne ein silbernes Seidengeschirr. Er blickte zum Himmel hinauf und überlegte, wie er die Geschichten des Himmelsgottes zum Wald hinunterbringen könnte, damit alle Tiere sich daran erfreuen könnten.
Anansi rief zu den Wolken hinauf: "Himmelsgott, ich fordere dich heraus! Wenn ich drei unmögliche Wesen fange, gibst du uns dann deine goldene Truhe, damit jedes Geschöpf an deinen wunderbaren Geschichten teilhaben kann?"
Der Himmelsgott lachte mit einem Grollen wie Donner. "Bring mir einen summenden Hornissenschwarm, die große Flusspython und den wilden gefleckten Leoparden, und die goldene Truhe gehört dir!" Anansi nickte und schwang sich hinab, um seine Aufgabe zu beginnen.
Zuerst fand Anansi die Hornissen, die um eine riesige Blüte summten. Er sperrte den ganzen Schwarm in einen trockenen, hohlen Kürbis und verschloss die Öffnung fest mit einem weichen Lehmpfropfen.
Als Nächstes legte er eine lange Bambusstange am Flussufer aus und forderte die stolze Python heraus, sich zum Messen auszustrecken, um sie dann sanft mit Waldranken zu binden, bevor sie entwischen konnte.
Schließlich grub Anansi eine Fallgrube, die er mit grünen Farnblättern bedeckte, und fing so den springenden Leoparden in einem stabilen Netz, als die große Katze über die Lichtung sprang.
Anansi trug alle drei Beutestücke an seinem silbernen Faden zum Himmelsgott hinauf. Der Himmelsgott kippte die goldene Truhe, und leuchtende Geschichten trieben wie Glühwürmchen durch die Zweige des Waldes, damit jeder daran teilhaben konnte.
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